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06.07.2017 12:44 Alter: 43 days

„Mit dem Rad zur Arbeit“ - Lübbecker Werkstätten streben Teampreise an

11 Teams, 44 Mitstreiter und ein Rekord, den es zu knacken gilt: Mitarbeiter und Beschäftigte der Lübbecker Werkstätte beteiligen sich in diesem Jahr zum zehnten Mal gemeinsam an der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“, einem Gemeinschaftsprojekt von AOK und AdFC. Ihre bisher größte Fahrleistung erreichten die Lübbecker Werkstätten 2009 mit neun inklusiven Teams. 17.000 km hatten die Menschen mit und ohne Behinderung damals gemeinsam erradelt.


So unterschiedlich wie die Menschen, die an diesem Projekt teilnehmen, sind auch die Fahrzeuge, die sie bewegen. Jörg Prätorius aus Löhne-Ostscheid fährt ein klassisches Rad mit Nabenschaltung. In Mennighüffen holt er morgens seinen Kollegen Frank Pahmeyer ab. Der schwört auf sein Pedelec, mit dem er etwas leichter über den Berg kommt. Prätorius ist eingefleischter Radfahrer. Mehr als 50.000 km hat er zwischen seinem Wohnort und seinem Arbeitsplatz in der Betriebsstätte Osterbruch der Lübbecker Werkstätten bereits zurückgelegt. „Ich fahre das ganze Jahr mit dem Rad zur Arbeit“, erklärt Prätorius. „Das tut meiner Gesundheit gut. Und die Fahrt auf dem Rad schafft einen Freiraum zwischen Arbeit und Privatleben“. Nicht ganz so weit haben es Jörg Steinbrink aus Oppendorf und Steffen Dannappel aus Destel, die ebenfalls „normale“ Fahrräder nutzen. Thilo Schulte wiederum setzt auf ein Pedelec.

 

Gemeinsam ist ihnen die Freude an der Bewegung und ihre Tätigkeit als Gruppenleiter bei den Lübbecker Werkstätten. Diese Werkstätte für Menschen mit Behinderungen gehört zur Lebenshilfe Lübbecke. Neben einem geschützten Rahmen für ein möglichst eigenständiges Arbeitsleben, gehören auch Förderung und Rehabilitation zu den Aufgaben, die dort geleistet werden. „Auch für Menschen mit Behinderungen ist Radfahren eine sehr gesunde Sport- und Bewegungsmöglichkeit“, stellt Manuela Zwahr fest, die im Sozialdienst der Lübbecker Werkstätten arbeitet und die Teilnahme an der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ koordiniert. „Die Sicherheit unserer Beschäftigten im Straßenverkehr hat für uns einen hohen Stellenwert.“

 

Sicherheit steht auch für Sabine Schwarze an erster Stelle. In der Großküche der Lübbecker Werkstätten ist die Beschäftigte an der Zubereitung von mehr als 1200 Essen täglich beteiligt. In ihrer Freizeit unternimmt sie lange Radtouren und fährt während der Aktion jeden Tag aus Lübbecke mit dem Rad zur Betriebsstätte Am Osterbruch. Sie versäumt es nie, ihre Warnweste anzulegen. Auch Sascha Flesch tritt im Aktionszeitraum häufiger in die Pedale. Mit dem Dreirad legt er dann die Strecke aus dem Betreuten Wohnen in der Lübbecker Goethestraße zu den Werkstätten zurück. Etwas komfortabler ist Sebastian Hellmann unterwegs: Der 24jährige fährt  mit seinem Liegedreirad zur Arbeit, das mit einem zusätzlichen Elektromotor ausgestattet ist. Hellmann fährt auch bei Tage mit Beleuchtung und hat einen langen Wimpel am Rad.

 

Verhalten im Straßenverkehr geübt

 

„Schulungen helfen unseren Beschäftigten, die ja ausnahmslos in irgendeiner Form mit Einschränkungen zu leben haben, sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten“, berichtet Zwahr. Zudem achten die Teamleiter darauf, dass an den Rädern der Teilnehmer alles funktioniert. „Radfahren fordert und fördert Koordination und Geschicklichkeit“, meint Horst Bohlmann, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Lübbecke und selbst begeisterter Radfahrer. „Da am Ball zu bleiben ist für Menschen mit und ohne Behinderungen gleichermaßen wichtig.“